Bei der JETZT Media Mix widmet ihr zwei Konferenztage einer zentralen Marketingfrage: Wo investiere ich mein digitales Marketing- und Werbebudget am sinnvollsten? Warum braucht es dafür gerade jetzt eine eigene Fachkonferenz?
Maximilian Mondel: Weil diese Frage im Arbeitsalltag schnell und fundiert beantwortet werden muss, obwohl sie immer anspruchsvoller wird. Die Möglichkeiten werden vielfältiger, die Erwartungen an die Wirkung steigen und jede Plattform liefert ihre eigene Erklärung dafür, warum gerade sie unverzichtbar ist. Marketing‑, Werbe- und Media-Verantwortliche müssen daraus eine Strategie für ihr Unternehmen entwickeln. Genau dabei wollen wir helfen. Die JETZT Media Mix am 10. und 11. November 2026 in Wiensoll Orientierung geben, unterschiedliche Sichtweisen zusammenbringen und dazu anregen, die eigene Budgetverteilung kritisch zu überprüfen. Der Zeitpunkt im November ist dafür bewusst gewählt: Die Erkenntnisse lassen sich in die Planung für 2027 mitnehmen.
Gibt es überhaupt so etwas wie den optimalen Media Mix?
Mondel: Für eine konkrete Aufgabenstellung kann es einen sehr gut begründeten Mix geben. Eine allgemeingültige Verteilung, die für jedes Unternehmen funktioniert, gibt es nicht. Eine Automarke muss andere Menschen auf andere Weise erreichen als ein Handelsunternehmen oder ein Weiterbildungsanbieter. Entscheidend sind Ziele, Zielgruppen, Budget, Kreation und die Frage, welchen Beitrag die einzelnen Kanäle leisten. Jeder Kanal im Media Mix muss sich seine Rolle verdienen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, gewohnte Verteilungen zu verändern.
Tom Peruzzi eröffnet die Konferenz mit einer Keynote über das „Klumpenrisiko im Media-Mix“. Was macht diese Perspektive interessant?
Mondel: Der Blick auf Media als Investment-Portfolio eröffnet eine wichtige Diskussion: Welche Risiken entstehen, wenn ein großer Teil des Budgets auf wenige Anbieter konzentriert ist? Wie entwickeln sich Abhängigkeiten, Transparenz und Verhandlungsspielräume? Große Plattformen können sehr gute Leistungen bringen. Trotzdem sollte man regelmäßig prüfen, ob zusätzliche Umfelder neue Zielgruppen erschließen oder die Gesamtwirkung verbessern. Mich interessiert, wie Unternehmen derartige Entscheidungen fundiert treffen können.
Das Programm der JETZT Media Mix verbindet strategische Fragen mit sehr unterschiedlichen Praxisbeispielen. Wie habt ihr die Inhalte ausgewählt?
Mondel: Uns ging es um eine gewisse Reichhaltigkeit im Programm. Wir wollen zeigen, wie unterschiedlich die Wege zu einem wirksamen Media Mix sein können. Barbara Stadler und Cathrin Fuchs von WPP Media beschäftigen sich mit Micro Dramas und damit, wie Marken über kurze, serielle Geschichten Aufmerksamkeit und Bindung aufbauen können. Alexandra Aichholzer und Dawid Czerkies von Shopfully beleuchten das Zusammenspiel von gedruckter und digitaler Angebotskommunikation. Margarete Rieger von Purpur Media widmet sich der Wirkung von Native Advertising. Gemeinsam ist diesen Beiträgen die Frage, welche Aufgabe ein Format erfüllt und wie es sich sinnvoll in die Kommunikation einer Marke einfügt.
Viele Marketingabteilungen verfügen über mehr Daten als je zuvor. Warum bleibt die Budgetentscheidung trotzdem schwierig?
Mondel: Weil Daten erst interpretiert werden müssen. Eine Kennzahl kann für die Optimierung innerhalb einer Plattform hilfreich sein und trotzdem wenig darüber aussagen, welchen zusätzlichen Beitrag diese Plattform zum Geschäftserfolg leistet. Welche Daten wirklich entscheidungsrelevant sind, diskutieren Peter Rosenkranz, Florian Wagner und Sabine Auer-Germann im Fireside Chat. Andreas Hofmaier von SAYG zeigt wiederum live, wie sich unterschiedliche Ansätze des Marketing-Mix-Modellings vergleichen lassen. Insgesamt wollen wir an den beiden Konferenztagen vermitteln, welche Fragen man stellen muss, um aus Messwerten bessere Entscheidungen abzuleiten.
Was können sich Unternehmen mit überschaubareren Budgets von der Konferenz erwarten?
Mondel: Gerade für KMU – und Österreich ist ein KMU-Land – muss jede Media-Investition gut begründet sein. Deshalb ist der BFI-Wien-Case von e‑dialog interessant: Andjela Stevic und Emre Utma zeigen, wie statistische Analysen dabei geholfen haben, die Budgetverteilung für ein Nischenpublikum zu verbessern. Solche Beispiele können die Hemmschwelle senken, sich mit der eigenen Wirkungsmessung auseinanderzusetzen. Man muss die richtigen Fragen für die eigene Unternehmensgröße finden und dann prüfen, welche Daten und Methoden dafür erforderlich sind.
Ihr beschäftigt euch auch mit verantwortungsvollem Mediaeinkauf und Nachhaltigkeit. Welche Rolle spielen diese Themen bei der Budgetverteilung?
Mondel: Werbeinvestitionen haben Auswirkungen: Sie finanzieren Inhalte und Technologien, prägen Medienangebote und beeinflussen, in welchen Umfeldern eine Marke wahrgenommen wird. Deshalb gehören Qualität, Transparenz und Verantwortung in die Planung. Helene Roba von WienTourismus und Rut Morawetz vom iab austria zeigen Perspektiven auf verantwortungsvollen Mediaeinkauf. In einem Nachhaltigkeitspanel unter der Leitung von Herbert Pratter von der Unternehmensberatung Begin wollen wir außerdem diskutieren, was unter wirtschaftlichem Druck bereits umsetzbar ist und wo Anspruch und Praxis noch auseinanderliegen.
Mit Lisa Stadler vom Belvedere steht auch Gaming auf dem Programm. Warum passt eines der bedeutendsten Museen Österreich zu einer Media-Mix-Konferenz?
Mondel: Weil dieser Case den Blick erweitert. Lisa Stadler zeigt, wie das Belvedere Gaming nutzt, um Kunst über neue Zugänge erlebbar zu machen und zusätzliche Communities anzusprechen. Für andere Unternehmen ist daran vor allem die Denkweise interessant: Wo entsteht ein sinnvoller Kontakt zur Zielgruppe? Welches Erlebnis passt zur Marke? Und welchen Beitrag kann ein neuer Kanal leisten? Aus einem solchen Beispiel lässt sich etwas lernen, auch wenn man selbst kein Museum betreibt.
Du präsentierst selbst ausgezeichnete Media-Cases der Cannes Lions und des Deutschen Mediapreises. Was bringt dieser internationale Blick?
Mondel: Die besten Media-Cases der Welt helfen, die eigenen Routinen zu hinterfragen. Bei beiden Präsentationen interessiert mich, wie eine Aufgabe verstanden wurde, welcher Insight die Idee getragen hat und wie Strategie, Kreation und Medieneinsatz zusammenspielen. Die Budgets oder Marktbedingungen lassen sich vielleicht nicht übertragen. Ein kluger Gedanke darüber, wie eine Marke Menschen erreicht, kann aber auch für ein österreichisches Unternehmen mit ganz anderen Möglichkeiten wertvoll sein.
Was sollen die TeilnehmerInnen von den beiden Konferenztagen konkret mitnehmen?
Mondel: Einen klareren Blick auf ihre eigene Planung. Welche ehernen Annahmen sollten wir überprüfen? Welche Kennzahlen brauchen wir tatsächlich? Wo lohnt sich ein Test? Und welche Kanäle haben wir bisher zu wenig berücksichtigt? Dazu kommt der persönliche Austausch mit Menschen, die ähnliche Entscheidungen treffen müssen. Wir bringen Marketer, Werber, Mediaplaner, Publisher, Vermarkter und Technologieanbieter zusammen. Wer seine Mediaplanung für 2027 weiterentwickeln möchte, soll bei der JETZT Media Mix konkrete Ansatzpunkte und die passenden Gesprächspartner finden.
Die JETZT Media Mix findet am 10. und 11. November 2026 im SAAL der Labstelle Wien statt. Beide Conference Days sind auch einzeln buchbar. Hier geht’s zum Programm und zum Ticketshop: https://mediamix.jetzt-konferenz.at/



