Am 26. und 27. April 2022 findet zum ersten Mal die Fachkonferenz JETZT Audio in Wien statt. Was erwarten Sie sich persönlich von der Fachkonferenz?

Lukas Brändle: Der Online Audio Kanal und hier vor allem die Podcasts erleben gerade einen Hype. Das meiste ist noch nicht zu Ende diskutiert und es gibt noch eine große Wild-West-Romantik: Vieles ist möglich, wenig ist reglementiert. Ich freue mich auf spannende Diskussionen mit Gleichgesinnten. Ich hoffe, da und dort Trends und Meinungen zu erfahren, wohin die Reise gehen wird. Online Audio ist ein sehr weites Feld, von Content zu Distribution und von Audio Influencern bis hin zu Corporate Podcasts gibt es viele Aspekte. Ich finde die Idee sehr inspirierend, alle Themen in einer Fachkonferenz zu bündeln.

Sie werden die Best Practice Keynote am Conference Day mit dem Titel „Wer spitzt die Ohren? Der Online-Audio-Trend aus Sicht der strategischen Mediaplanung“ halten. Was dürfen sich die KonferenzteilnehmerInnen von Ihrem Auftritt erwarten?

Brändle: Webradio, Podcast Hosts und Spotify sind so die ersten Stichworte zum Thema Online Audio. Viele Werbetreibende sind überfordert, wenn sie zum ersten Mal mit Online Audio in Berührung kommen. Hier braucht es Spezialisten, die die vielen unterschiedlichen Aspekte richtig sortieren, miteinander in Beziehung setzen, strategische Konzepte ausarbeiten und einen Blick auf die Effizienz und Effektivität dieses Mediums werfen. Als Vertreter einer Medienagentur fällt diese Aufgabe mir zu. Ich werde in meiner Keynote versuchen, ein paar wichtige W-Fragen zu beantworten, wie: Wann macht es für mich als Unternehmen Sinn einen eigenen Corporate Podcast zu produzieren? Wie fügt sich die Spotify-Kampagne in die Digitalstrategie ein? Was braucht es, damit meine Webradio-Kampagne Käufe im Onlineshop generiert?

Welche Key Learnings werden die KonferenzteilnehmerInnen von Ihrer Keynote mitnehmen können?

Brändle: Ich werde aufzeigen, mit welchen strategischen Überlegungen sich Werbetreibende an das Thema Online Audio annähern sollen. Natürlich ist die Ausarbeitung einer Online Audio Strategie sehr individuell und je nach Unternehmen und Marke unterschiedlich. Trotzdem müssen immer folgende Fragen klar beantwortet werden: Wieso braucht meine Marke Online Audio? Wie messe ich die Effizienz und Effektivität meiner Online-Audio-Maßnahmen? Wie fügt sich Online Audio in den bestehenden Mediamix ein? Mit einem strategischen Framework zeige ich mögliche Ansätze.

Audio Marketing hat zuletzt einen großen Boom erfahren. Was fasziniert Sie an den neuen (digitalen) Möglichkeiten im Bereich „Audio“ am meisten?

Brändle: Wir können die Augen schließen, dann sehen wir nichts mehr. Diese freie Entscheidung können wir mit unserem Gehört nicht machen. Solange wir wach sind, hören wir und nehmen Geräusche wahr. Das ist ein völlig anderer Zugang, wie wir akustisch unsere Umwelt wahrnehmen als wie wir es mit den visuellen Eindrücken machen. Wir sind auch nicht in der Lage gleichzeitig mehrere Geräuschinformationen zu verarbeiten. So etwas wie eine Second-Screen-Nutzung wird es im Audiobereich nicht geben. Das hat die Konsequenz, dass wir viel bewusster hören als wir sehen. Geräusche sind näher an unserem emotionalen Gedächtnis als visuelle Erlebnisse. Das schafft ein sehr intensives Hörerlebnis. Gutes Beispiel dafür ist ASMR. Verschiedene Studien zum Podcastkonsum bestätigen diesen sehr emotionalen Zugang zu Audiocontent.

Was ist aus Ihrer Sicht das größte Missverständnis in Zusammenhang mit Audio-Marketing?

Brändle: Ich möchte sogar zwei häufige Missverständnisse aufzählen: Viele KundInnen kommen zu mir und meinen, sie wollen jetzt auch etwas mit Podcasts machen. Dabei denken sie in den meisten Fällen, dass sie einen eigenen Corporate Podcast produzieren wollen. Ich empfehle die ersten Schritte zu machen, in dem sie Podcasts als Inventarquelle für Audio Ads oder Host Read Ads nutzen. Das ist viel kostengünstiger und strategisch weniger risikoreich als gleich vom Stand weg einen eigenen Podcast zu finanzieren. Das zweite Missverständnis ist, dass Online Audio nur als Awareness- und Branding-Kanal gesehen wird. Das stimmt so nicht. In den USA haben bereits über 50 Prozent der Podcastkampagnen ein klares Lower-Funnel-Ziel. Geschickt umgesetzt generiert eine solche Kampagne sehr effizient Abschlüsse.

Welche Trends erwarten Sie in den kommenden Jahren im Bereich Audio Marketing?

Brändle: Derzeit befinden wir uns noch in der Sturm-und-Drang-Phase. Ich erwarte deshalb in naher Zukunft einerseits eine Standardisierung im technischen Bereich: Formate, Erfolgs- und Qualitätsmetriken und generell die Ausspielung von Ads wird vereinheitlicht. Andererseits bin ich überzeugt, dass Online Audio im Mediamix eine selbstverständlichere Rolle bekommt. Das bedeutet auch, dass mehr Budget in diesen Kanal fließen wird.

Lukas Brändle (MediaCom) hält im Rahmen der JETZT Audio Fachkonferenz die Best Practice Keynote „Wer spitzt die Ohren? Der Online-Audio-Trend aus Sicht der strategischen Mediaplanung“. Die Fachkonferenz JETZT Audio findet am 26. und 27. April 2022 im SAAL der Labstelle in Wien statt. Sichern Sie sich jetzt hier Ihre Tickets!